Basaltemperatur: So zeichnest du sie auf und bestätigst deinen Eisprung
Warum deine Basaltemperatur nach dem Eisprung steigt, wie du sie morgens misst, deine Kurve mit der 3-über-6-Regel auswertest und wo ihre Grenzen liegen.
4 Min. LesezeitAktualisiert am 22. Oktober 2026
Deine Körpertemperatur ist nicht an jedem Tag deines Zyklus genau gleich. Nach dem Eisprung steigt sie leicht an und bleibt bis zur nächsten Periode erhöht. Wenn du jeden Morgen deine Temperatur misst und in eine Kurve einträgst, kannst du diesen Anstieg selbst sehen und bestätigen, dass ein Eisprung stattgefunden hat. Das erfordert etwas Disziplin, ist aber einfach, günstig und erstaunlich aufschlussreich.
Was ist die Basaltemperatur?
Die Basaltemperatur ist deine Körpertemperatur in völliger Ruhe, gemessen morgens direkt nach dem Schlafen, noch vor jeder Aktivität. Vor dem Eisprung liegt sie meist in einem niedrigeren Bereich, oft etwa bei 36,1–36,4 °C, wobei der Ausgangswert bei jedem Menschen anders ist. Entscheidend ist nicht der genaue Wert, sondern wie sie sich im Laufe deines Zyklus verändert.
Warum deine Temperatur nach dem Eisprung steigt
Sobald die Eizelle freigesetzt ist, wandelt sich der Follikel, der sie enthielt, in den Gelbkörper um und beginnt, Progesteron zu bilden. Dieses Hormon wirkt wärmend und erhöht deine Basaltemperatur um etwa 0,2–0,5 °C. Meist bleibt die Temperatur für den Rest des Zyklus erhöht, also etwa 12 bis 16 Tage, und sinkt ungefähr dann wieder, wenn deine Periode beginnt. So entsteht in deiner Kurve ein zweiphasiges Muster: niedrigere Werte vor dem Eisprung, höhere danach.
Bleibt deine Temperatur 18 Tage oder länger erhöht und hat deine Periode noch nicht eingesetzt, lohnt sich ein Schwangerschaftstest.
So misst du richtig
Weil die Veränderung so gering ist, kommt es ganz auf gleichbleibende Bedingungen an:
- Jeden Morgen zur gleichen Zeit: Miss deine Temperatur täglich etwa zur selben Uhrzeit, idealerweise mit höchstens einer halben Stunde Abweichung.
- Vor dem Aufstehen: Miss, bevor du dich aufsetzt, sprichst, etwas trinkst oder zur Toilette gehst. Leg dein Thermometer griffbereit neben das Bett.
- Nach ausreichend Schlaf: Für einen verlässlichen Wert brauchst du mindestens 3 Stunden ununterbrochenen Schlaf.
- Immer gleich messen: Entscheide dich für eine Messart (im Mund, vaginal oder rektal) und bleib den ganzen Zyklus über dabei.
- Das richtige Thermometer: Verwende ein Basalthermometer mit zwei Nachkommastellen, das zum Beispiel 36,45 °C anzeigt.
- Notiere Besonderheiten: Krankheit, Alkohol, eine lange Nacht oder eine ungewohnte Aufwachzeit.
Trag deine Temperatur direkt nach dem Messen ein, bevor du abgelenkt wirst. Eine Zyklus-App kann deine Kurve automatisch erstellen, die Hilfslinie einzeichnen und einen Temperaturanstieg markieren, sodass du das Muster auf einen Blick erkennst.
So liest du deine Temperaturkurve
Einzelne Ausreißer nach oben oder unten sind kein Grund zur Sorge: Die täglichen Werte schwanken von Natur aus ein wenig im Zickzack. Du suchst nach einem anhaltenden Anstieg, und eine weit verbreitete Methode, ihn zu erkennen, ist die „3-über-6-Regel“:
- Suche nach drei aufeinanderfolgenden Werten, die alle höher sind als jeder der sechs Werte davor.
- Zieh eine waagerechte Hilfslinie knapp über dem höchsten dieser sechs niedrigeren Werte.
- Prüfe, ob der dritte höhere Wert mindestens 0,2 °C über dem höchsten der sechs Werte liegt. Wenn ja, hat höchstwahrscheinlich ein Eisprung stattgefunden.
- Der Eisprung fand wahrscheinlich etwa am Tag vor deinem ersten höheren Wert statt.
Nach ein paar Zyklen bekommst du außerdem ein Gefühl dafür, wann dein Eisprung meist stattfindet. Das hilft dir, dein fruchtbares Fenster in künftigen Zyklen besser vorherzusehen.
Grenzen, die du kennen solltest
Die Temperaturkurve ist hilfreich, hat aber echte Grenzen:
- Sie bestätigt den Eisprung erst im Nachhinein. Wenn deine Temperatur steigt, schließt sich dein fruchtbares Fenster bereits. Die Basaltemperatur allein kann dir also nicht sagen, wann du im aktuellen Zyklus Sex haben solltest, um schwanger zu werden.
- Vieles beeinflusst die Messwerte, etwa Krankheit oder Fieber, Alkohol, schlechter oder zu kurzer Schlaf, Reisen und Zeitzonenwechsel, Schichtarbeit und manche Medikamente.
- Nicht jede Kurve ist eindeutig. Manche Zyklen zeigen einen allmählichen oder unruhigen Anstieg, obwohl ein Eisprung stattgefunden hat.
- Allein ist sie keine zuverlässige Verhütung. Temperaturbasierte Methoden erfordern eine fundierte Anleitung und werden meist mit weiteren Körperzeichen kombiniert.
Kombiniere sie mit Schleimbeobachtung und LH-Tests
Am aussagekräftigsten ist die Basaltemperatur in Kombination mit anderen Zeichen. Zervixschleim, der klar, nass und dehnbar wird, zeigt dir, dass sich dein fruchtbares Fenster öffnet. LH-Tests erkennen den Hormonanstieg, der meist etwa einen Tag vor dem Eisprung erfolgt. Dein Temperaturanstieg bestätigt dann, dass der Eisprung tatsächlich stattgefunden hat. Zusammen ergeben sie ein viel vollständigeres Bild als jedes einzelne Zeichen.
Wenn deine Kurven über mehrere Zyklen nie einen klaren Temperaturanstieg zeigen, deine Hochlage (die Phase mit erhöhten Werten) durchgehend kürzer als 10 Tage ist oder deine Zyklen sehr unregelmäßig sind, sprich mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt darüber – besonders, wenn du schwanger werden möchtest. Lass dich auch beraten, wenn du es seit 12 Monaten versuchst und noch nicht schwanger bist, oder schon nach 6 Monaten, wenn du 35 oder älter bist.
Dieser Artikel dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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